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Presseinformation
Hilfe für psychisch Kranke e.V. Bonn/Rhein-Sieg stellt Jahresbericht 2016 vor. Unser oberstes Ziel seit 1980 ist es, durch eine aktive Aufklärungsarbeit und ein umfassendes Angebot von Gesprächen, einem Krisentelefon für psychosoziale Notfälle, einem Offenen Begegnungscafe und drei Projekten Informations,-Beratungs-und Präventionsarbeit im Sinne von ,Hilfe zur Selbsthilfe' für psychisch Kranke und deren Angehörige in der Region Bonn zu leisten.

Beratung, Gespräche, Informationen 2016 fanden insgesamt 1.531 Gespräche statt. Das waren Einzelgespräche in der Geschäftsstelle, Beratungstelefonate in der Geschäftsstelle, Angehörigen-Gespräche, Gespräche im Offenen Begegnungscafe, Telefongespräche über die privaten Telefonanschlüsse und Gespräche durch das Krisentelefon in psychosozialen Notfällen (Das Krisentelefon wird zusammen mit dem Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie durchgeführt).

"Sonnenkinder" Angebote für Kinder und Jugendliche von psychisch kranken Eltern
Mit diesem therapeutischen Angebot werden Kinder und Jugendliche von psychisch kranken Eltern in einer schwierigen Lebensphase unterstützt. 2016 nahmen 12 Kinder von 4 bjs 10 Jahren und vier Jugendliche von 11 bis 14 Jahren dieses Angebot an. Insgesamt beteiligten sich in der Zeit von 2011 bis 2016 98 Kinder und Jugendliche. Es gab drei Höhepunkte

Selbstverteidigungskurs - 3tägige Paddeltour auf der Lahn mit Zelten - Kletterkurs
Da sich dieses Projekt auch an die erkrankten Eltern wendet, sind die Elternnachmittage für den Austausch untereinander und den unmittelbaren Kontakt mit der Projektleitung und einer unserer Beratungsdamen von großer Bedeutung.

"Seele trifft auf Schule"
Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen - Ein Informationsprojekt für Schulen - Dieses Projekt wendet sich durch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an Schüler, Pädagogen und Eltern. 2016 wurden elf Veranstaltungen in der Region Bonn mit ca. 502 Personen durchgeführt. In der Zeit von 2002 bis 2016 beteiligten sich ca. 5.274 Personen an den fünfundneunzig Veranstaltungen. 2016 wurden die 2015 gestarteten ,Workshops für Eltern' erfolgreich weitergeführt.

Anfang 2016 starteten dann die ersten Fortbildungsveranstaltungen für Schulsozialarbeiter, Schulsozialpädagogen und Beratungslehrer, um so die wichtigsten Zielgruppen im Umfeld der Schulen zu erreichen.

"Externes Arbeitstraining" Integration in das Arbeitsleben in Bonn
Mit diesem Projekt werden psychisch erkrankte Menschen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben am ersten Arbeitsmarkt unterstützt. Diese Maßnahme stellt eine spezielle Maßnahme innerhalb der psychiatrischen Versorgung der Stadt Bonn dar.

Insgesamt stehen den Trainierenden 48 Arbeitsplätze am ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung. Für 35 Plätze ist die Stadt Bonn und für 13 Plätze das Jobcenter Bonn der zuständige Kostenträger. 2016 nahmen insgesamt achtundsechzig Personen am Externen Arbeitstraining teil. Vierzig Personen beendeten im Berichtszeitraum de Maßnahme. Von 1991 bis 2016 haben 1.546 Trainierende am Externen Arbeitstraining teilgenommen.

Wirtschaftsbericht zum Geschäftsjahr 2016
Das Eigenkapital von HfpK setzt sich mit 120 TEUR (2015 TEUR 129) aus steuerlich zulässigen Rücklagen zusammen. Es handelt sich um Betriebsmittelrücklagen, um im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage die Personalkosten und sonstige Kosten begleichen zu können. Das Vermögen von HfpK ist zu 89,6 % (2015 87,8 %) durch Eigenkapital in Form von Bankguthaben gedeckt. Zum 31.12.2016 verfügte HfpK über liquide Mittel in Höhe von TEUR 125 (2015 TEUR 136 ). Ein Sinken des Finanzmittelfonds um TEUR 11 erklärt sich aus der Verwendung der zweckgebundenen Rücklage für die Projekte" Seele trifft auf Schule" und "Sonnenkinder". Unsere Einnahmen betrugen insgesamt TEUR 252 (2015 TEUR 249). Mit TEUR 201 ( 2015 TEUR 195) bestehen diese überwiegend aus den Erlösen des Externen Arbeitstraining. Mit den Fördermitteln, Spenden und Mitgliedsbeiträgen wurden die Projekte "Seele trifft auf Schule", "Sonnenkinder" und die Vereinsarbeit finanziert.

Fazit von Uwe Flohr: "Insgesamt sind wir mit unserer Arbeit für die Angehörigen und deren psychisch erkrankte Familienmitglieder zufrieden. Die Resonanzen und die Wertschätzung vieler Menschen, auch über die Region Bonn hinaus, bestärkt uns, in unseren verschiedenen Aktivitäten fortzufahren. Danken möchten wir den Einrichtungen, Organisationen und Menschen, die unsere ehrenamtliche Arbeit unterstützt und finanziell gefördert haben."

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Konzept der Maßnahme „Beratung“ in HfpK e.V. Bonn-Rhein/Sieg

Wer ist ‚Hilfe für psychisch Kranke e.V. Bonn/Rhein-Sieg‘?

Hundert Mal Seele trifft auf Schule - Hfpk

‚Hilfe für psychisch Kranke Bonn/Rhein-Sieg e.V.’ (HfpK) ist eine Interessenvertretung für Angehörige und deren psychisch erkrankte oder behinderte Familienmitglieder. Seine Aufgaben sind die Unterstützung der Angehörigen und die Hilfestellung für die betroffenen Familienmitglieder zur Bewältigung der Krankheit und zur Reintegration in das gesellschaftliche und berufliche Leben. Seit 1980 arbeiten wir ehrenamtlich im Bereich der Sozialpsychiatrie und bieten als ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ Auskünfte, Beratungen, Informationen, Gespräche, Veranstaltungen und Projekte an. Der Verein hat ca. 130 Mitglieder und Förderer in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis.

Als eine Interessenvertretung für Angehörige von psychisch Kranken kennen wir die besonderen Schwierigkeiten, die zu Beginn einer psychischen Erkrankung beim Betroffenen und im sozialen Umfeld auftreten oder sich im weiteren Verlauf entwickeln können. Die Vielzahl der Fragen und Probleme um Krankheitseinsicht, Arztwahl, ambulante oder stationäre Behandlung, Verständnis und Akzeptanz der Therapie, Arbeits- und Ausbildungsverhältnis, Versorgungsangelegenheiten, privat- oder strafrechtliche Konflikte, Unterbringung, Betreuung u.v.a.m. können schnell alle Beteiligten überfordern.

I. Angebote der Beratung seit 1980 (aktueller Stand: August 2017)

Einzelberatung telefonisch und persönlich: jeden Dienstag und Donnerstag von 10.30-12.30 Uhr in der Geschäftsstelle Kaiserstraße 79, Bonn. Kostenlos.
Angehörigengesprächskreis jeden 3. Mi im Monat von 17.00-19.00 Uhr in der Thomas-Mann-Straße 36 EG, Bonn. Kostenlos und ohne Voranmeldung.
Unterstützung der telefonischen Beratung des Bundesverbandes für Angehörige durch einzelne Mitglieder (Selefon) Krisentelefon im Auftrag der Stadt Bonn und in Kooperation mit dem Bonner Verein für Betroffene, Angehörige und Freunde, Nachbarn Auskunft erteilen auch erfahrene Mitglieder unter ihrem privaten Telefonanschluss Beratung bei öffentlichen Veranstaltungen wie Gesundheitstage, Woche der seelischen Gesundheit, Ehrenamtstag, Selbsthilfetag etc.
Im Vereins-Projekt „Seele trifft auf Schule“ steht nach der Informationsveranstaltung an der jeweiligen Schule eine Angehörige/ein Angehöriger eine Zeitlang für die Schüler, Lehrer oder Eltern zur Beratung zur Verfügung und verweist außerdem auf unsere diversen Beratungsangebote In der Maßnahme „Externes Arbeitstraining“ beraten unsere fest angestellten Mitarbeiter/innen die psychisch Kranken Teilnehmenden der Maßnahme und auch die Unternehmen im Umgang mit den Erkrankten Trialogischer Beirat: beim Aufbau und der Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements beraten wir als Angehörige die psychiatrischen Träger von Einrichtungen für psychisch Kranke und bewerten z.B. die Arbeit der Sozialpsychiatrischen Zentren (Bonner Verein)

II. Haltung, Methodik, Inhalt bei unseren Beratungsaktivitäten

a) Aktives Zuhören
Aktives Zuhören ist die grundlegende Haltung bei unserer ehrenamtlichen Tätigkeit. Durch das Zuhören und Ermuntern zum Sprechen spüren die Ratsuchenden Mitgefühl und Interesse. Sie fühlen sich am richtigen Ort und in ihrer schwierigen Lebenssituation angenommen. Es ist heilsam, sich in der geschützten Atmosphäre einer Gruppe, die Ähnliches erlebt hat, öffnen und mitteilen zu können. Und in der Begegnung mit einem einzelnen Angehörigen des Vereins wird oft die Geduld und das Schenken von Zeit für die Nöte des Ratsuchenden als sehr wohltuend empfunden. Im Erzählen strukturieren die betroffenen Angehörigen zudem die Ereignisse, die momentane Situation wird klarer. Je häufiger die Menschen zu den Beratungsangeboten kommen, umso mehr wächst das Vertrauen, die Tiefe des Gespräches und das Gefühl der Verbundenheit untereinander, sowie die Beziehung zwischen Einzelnen. Auf die Schweigeverpflichtung über die Gesprächsinhalte und Namen wird zum Anfang jedes Treffens hingewiesen. Wer möchte, hat die Möglichkeit, den gleichen Ansprechpartner bei der telefonischen Beratung, Einzelberatung oder im Angehörigenkreis zu wählen. Einige der Mitglieder von HfpK e.V. sind dazu im Flyer (und unter www.hfpk.de) mit ihrer privaten Telefonnummer angegeben!

b) Was bieten wir außer Zuhören?
So können Betroffene ihre Sorgen und konkreten Probleme darlegen und wir gewinnen als erfahrene Angehörige einen Eindruck über die familiäre und Beziehungssituation, sowie über den aktuellen Zustand des Angehörigen.
Unsere Unterstützung erfahren die Angehörigen in vielfältiger Weise, z.B. darin
- zur Selbstsorge zu motivieren
- ein Stressmanagement zu entwickeln
- Mut zu machen, anstehende wichtige Entscheidungen zu treffen
- Gewissensfragen zu erörtern
- die Kommunikation im Umgang mit dem Kranken zu klären
- geduldiges Spiegeln der Emotionen
- kontinuierliches Reflektieren der eigenen Situation und des eigenen Verhaltens: Abgrenzung? Co-Abhängigkeit? Umgang mit Überlastung und Stress!
- Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit/Belastbarkeit (statt Resilienz)
- Entwickeln neuer Perspektiven für die eigene Entfaltung und Lebensgestaltung
- Klärung des Umgangs mit Freunden, Kollegen und Verwandten in der neuen Situation (Offenheit, Verstecken, Abwägen)

c) Praktische, sachliche Unterstützung durch Informationen über
- Institutionen aus dem Gesundheitswesen, die in akuter Situation in Bonn/Rhein-Sieg hilfreich sein können
- Betreuungsrecht
- Betreutes Wohnen (ambulant, stationär)
- Einweisung nach PsychKG
- Finanzierung des Kranken (Grundsicherung, Sozialhilfe)

d) Gemeinwesenorientierung
Psychische Erkrankungen treffen Menschen ohne Rücksicht auf den sozialen Status, das Alter und Geschlecht, den Bildungsstand, die religiöse oder ethnische Zugehörigkeit. Dennoch gelten psychische Erkrankungen immer noch als Tabu.
Wir tragen durch unsere Beratungsaktivitäten in der Gruppe zur Anti-Stigma-Arbeit bei. Zum einen erkennen die Angehörigen, dass es viele andere Menschen gibt, die ein ähnliches Schicksal teilen und offen über ihre Erfahrungen und kranken Angehörigen sprechen. Sie fühlen sich nicht mehr so ausgegrenzt und als Außenseiter, die niemand versteht.
An den Informationsständen, in denen wir auch zur Beratung zur Verfügung stehen, dokumentieren wir, dass wir als Personen zu unserer Betroffenheit als Angehörige in der Öffentlichkeit stehen! Ob auf dem Bonner Münsterplatz, Marktplatz, auf den Bad Godesberger Gesundheitstagen, im Rhein-Sieg-Kreis oder in Köln stellen wir uns allen, die mit uns sprechen wollen, zur Verfügung und sprechen offen über unsere Erfahrungen!
Bei allen Veranstaltungen in der Familienbildungsstätte „outen“ einige von uns sich als Angehörige und weisen auf die Beratungsmöglichkeiten hin.
Bei öffentlichen Filmvorführungen u.v.m. sind wir klar als Angehörige zu erkennen und zu identifizieren. Bei Mitgliedertreffen von anderen Vereinen und Arbeitskreisen, städtischen Zusammenkünften u.a.m. stehen wir für den HfpK und unsere Betroffenheit. Und natürlich im Bekannten- Verwandten- und Kollegenkreis machen wir keinen Hehl aus unserer Situation und tragen so insgesamt zur Enttabuisierung der psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft bei!

IIIa. Fortbildungsangebot für Angehörige

- Vorträge zu „Behindertentestament“, Betreuungsrecht u.a. rechtlichen Fragen
- Vorträge und Seminare zu psychischen Erkrankungen
- Seminare zur Selbstreflexion, z.b. zu Co-Abhängigkeit, Mitfühlen statt Mitleiden etc. (Vorträge und Seminare finden in Kooperation mit Kath. Familienbildungsstätte Bonn statt)
- Hinweis auf Psychose-Seminar und Gruppe für Angehörige von depressiven Menschen in der LVR-Klinik
- Filmvorführungen mit anschl. Gespräch mit Fachleuten (Kooperation: Rex-Kino)

IIIb. Fortbildungsangebot für Berater

- Seminare vom Paritätischen Selbsthilfeverband zu psychischen Erkrankungen, dem Umgang mit den Erkrankten, Leitung von Selbsthilfegruppen etc.
- Seminare des Landesverbands Angehörige psychisch Kranker zur Selbstfürsorge von Angehörigen und Ehrenamtlichen
- Regelmäßige Supervisionsgruppe für die Berater durch die Psychologin der Telefonseelsorge

IV. Aktivitäten mit Multiplikatoren

- Regelmäßige Hospitation in der Angehörigenberatung von Studierenden der Sozialmedizin, vermittelt durch die Selbsthilfe Kontaktstelle Bonn/Rhein-Sieg
- Angehörige treffen sich mit psychiatrischen Pflegern der Uni-Klinik zum Gespräch - Angehörige tauschten sich mit Polizisten aus
- Ausblick: Austausch mit Studierenden, Schilderung des Alltags mit einem Kranken

V. Mitglieder- und Angehörigenpflege

- Offenes Begegnungscafé: Vortrag, Musik, Gespräch bei Kaffee und Kuchen (unregelmäßig 2- 3 x im Jahr); im Oktober 2017 Ausstellung von Kunstwerken einiger psychisch erkrankter Angehöriger

VI. Anfallende Kosten des Bereichs „Beratung“ des HfpK:

- Allgemeine Bürokosten (Telefon, Porto, Büromiete, Papier….)
- Flyer zum Beratungsangebot
- Referenten-Honorare für Vorträge und Seminare in der Kath. FBS
- Beraterfortbildungen (Seminarkosten, Unterbringung, Fahrtkosten)
- Raummiete für das Treffen des Angehörigenkreises

VII. Folgende Statistische Daten werden erhoben:

• Wie viele Anrufe gehen ein?
a) privat
b) Einzelberatung in Geschäftsstelle
c) Bundesverband
d) Krisentelefon

• Teilnehmende an Angehörigengesprächen an jedem 3. Mittwoch im Monat
• Teilnehmende an Vorträgen/Filmvorführungen etc.
• Ratsuchende Di und Do in Geschäftsstelle
• Teilnehmende am Begegnungscafé

VIII. Kooperationspartner/Netzwerke/Mitgliedschaften

Mitgliedschaften:

Der Paritätische,  NRW
Landesverband NRW der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
Bundesverband der Angehörigen psychisch kranker Menschen e.V.
Dachverband Gemeindepsychiatrie  e.V.
Behindertengemeinschaft Stadt Bonn e.V.
Kindernetzwerk Deutschland e.V.
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder psychisch kranker Eltern

Kooperationen:
Kindertagesstätte Pauline, Siegburg
Stadt Bonn
Rhein-Sieg-Kreis
Jobcenter Bonn
Malteser-Johanniter Johanneshaus, Bonn
Kath. Familienbildungsstätte, Bonn
Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie

Netzwerke:
Selbsthilfe Kontaktstelle Bonn
Diakonie
Caritasverband
Uni-Klinik, Bonn
LVR Klinik, Bonn

IX. Konzept und Ansprechpartner

Folgende BeraterInnen haben das Konzept unter Beteiligung der Vorstände des HfpK e.V. erstellt:
Angela Böttges, Dorle Durban, Markus Naaf, Bernhard Preuss.
Ansprechpartnerin für die Maßnahme „Beratung“: Angela Böttges

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